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Piriformis-Syndrom

Der Piriformis-Muskel liegt in der tiefen Schicht der Hüftmuskulatur unterhalb der Gesäßmuskeln. Dieser Muskel setzt an der vorderen Fläche des Kreuzbeins an, zieht sich durch das Foramen ischiadicum majus (großes Sitzbeinloch) und setzt am großen Rollhügel (Trochanter major) des Oberschenkelknochens an. Der Piriformis dient bei gestreckter Hüfte als Außenrotator und bei gebeugter Hüfte als Abduktor.

 

Der Ischiasnerv ist der größte Nerv im menschlichen Körper. Er hat seinen Ursprung im Rückenmark in Höhe des 4. Lendenwirbels bis 3. Kreuzwirbels. Dieser Nerv liegt in unmittelbarer Nähe vom Piriformis-Muskel, und bei den meisten Menschen ist seine Austrittsstelle im Becken direkt unterhalb des Piriformis-Muskels. Aber chirurgische Beobachtungen und Untersuchungen an Leichen zeigen, dass diese beiden Muskeln bei 22 % der Menschen anders angeordnet sind.

 

Das Piriformis-Syndrom ist eine Reizung des Ischiasnervs, die durch eine Entzündung des Piriformis-Muskels entsteht. Die Symptome sind ein stechender Schmerz im Gesäß oder ein starker Nervenschmerz, der bis zur Mitte des hinteren Oberschenkels ausstrahlen kann. Gelegentlich treten auch ein Taubheitsgefühl und Kribbeln auf, die bis in die Wade und Zehen reichen können. Neben diesen Symptomen können auch lumbale Rückenschmerzen auftreten, die bei längerem Sitzen schlimmer werden. Da die Symptome beim Piriformis-Syndrom ähnlich sind wie bei einem Bandscheibenvorfall, bei dem eine Bandscheibe auf den Ischiasnerv drückt, muss auf jeden Fall eine gründliche ärztliche Untersuchung erfolgen, um einen solchen auszuschließen.

 

Wenn eine Bandscheibenerkrankung diagnostiziert wird, was bei älteren Lauf- und Radsportlern häufig der Fall ist, kann trotzdem nicht ausgeschlossen werden, dass ein Piriformis-Syndrom ursächlich für die Schmerzen ist. In Kalifornien untersuchten Forscher 239 Patienten, die an einer Ischialgie litten, die nicht in Zusammenhang mit der Bandscheibe stand.(2) Viele dieser Patienten waren im Vorfeld an der Lendenwirbelsäule operiert worden, weil man als Ursache für die Schmerzen einen Bandscheibenvorfall vermutet hatte. Bei der hier untersuchten Gruppe von Patienten konnten durch die Operation die Schmerzen allerdings nur wenig oder gar nicht gelindert werden. 42 % der Personen, bei denen letztendlich ein Piriformis-Syndrom diagnostiziert wurde, klagten über lumbale Rückenschmerzen. Da häufig eine Ausschlussdiagnose gestellt wird, lässt sich die tatsächliche Häufigkeit des Piriformis-Syndroms in der Bevölkerung nur schwer feststellen.

 

Weitere Infos zum Piriformis-Syndrom finden Sie auf der Website der Netzathleten.

 

Textquelle: www.netzathleten.de